Weltrotkreuztag. Menschlichkeit und Arbeit der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung gerade jetzt wichtig
In einer Zeit der weltweiten Krisen, zunehmender bewaffneter Konflikte und Verletzungen des humanitären Völkerrechts weist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf die Grundsätze seiner Arbeit hin. „Am Weltrotkreuztag machen wir nicht nur auf unsere Arbeit im In- und Ausland und das Wirken unserer Bewegung insgesamt aufmerksam, sondern erinnern gerade in dieser krisengeprägten Zeit an unsere handlungsleitenden Grundsätze wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit“, sagt DRK-Präsident Hermann Gröhe. „Weltweit stehen die über 17 Millionen Helferinnen und Helfer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung dafür ein, dass Menschen nach dem Maß der Not Hilfe erfahren. In vielen Ländern nehmen humanitäre Helferinnen und Helfer große Gefahren auf sich, um sich für Menschen in Not einzusetzen. Das ist gelebte Menschlichkeit und Solidarität.“
Mit den Programmen und Projekten des DRK konnten im letzten Jahr mehr als 3,1 Millionen von Krisen betroffene Menschen im Ausland erreicht werden. Doch der humanitäre Hilfsbedarf steigt weiter an. Dennoch hat Deutschland seine Haushaltsmittel in diesem Bereich 2025 halbiert und hält bis heute an dieser Kürzung fest. Das stellt auch das DRK vor große Herausforderungen. Denn der Rückgang staatlicher Förderung kann trotz aller Anstrengungen durch Spenden nicht aufgefangen werden. „Die Halbierung der Mittel für humanitäre Hilfe steht im klaren Gegensatz zur Zusage des Koalitionsvertrags, die humanitäre Hilfe zu stärken. Deutschland muss mit dem Bundeshaushalt 2027 ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass unser Land bereit ist, humanitäre Hilfe in einem Maße zu leisten, das unserer Stärke entspricht. Für Millionen Menschen, insbesondere für Kinder, ist unsere Hilfe überlebenswichtig“, sagt DRK-Präsident Hermann Gröhe.
Auch im Inland steht die Arbeit des DRK vor großen Herausforderungen. „Viele soziale Einrichtungen stehen schon heute finanziell unter Druck. Deshalb können wir es nicht hinnehmen, dass zukünftig Tarifsteigerungen nicht mehr verlässlich von den Kostenträgern übernommen werden sollen. Das gefährdet unsere Angebote in vielen Sozial-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen“, sagt Hermann Gröhe. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen anständige Löhne. Deshalb müssen Tarifsteigerungen erstattet werden. Zudem gilt: Steigen die Wohlfahrtsverbände aus ihren Angeboten aus, wird unser Sozialstaat sicher nicht besser und nicht wirtschaftlicher.“
Für den Bevölkerungsschutz mahnt das DRK an, dass es endlich eine ausreichende Finanzierung auch der Arbeit der anerkannten Hilfsorganisationen geben müsse. „Organisationen wie das DRK tragen vor allem mit ihren Ehrenamtlichen maßgeblich den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Hochwasserkatastrophen, Stromausfälle, aber auch die veränderte sicherheitspolitische Lage zeigen, dass wir einen echten und nachhaltigen Kraftakt zur Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes brauchen“, sagt der DRK-Präsident.
Jährlich zum Weltrotkreuztag wird das Jahrbuch mit aktuellen Daten und Fakten zur Arbeit des DRK veröffentlicht. Die Ausgabe des Jahrbuchs 2025 ist online hier verfügbar.